Der traditionelle Beruf des Designers muss sich wandeln. Neben der Bereicherung unserer Welt mit immer neuen Produkten, kann für den Designer auch weniger konsum-orientiertes Arbeiten in den Fokus rücken. Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung nehmen Einfluss auf die Arbeit von immer mehr Designern und so geht es längst nicht mehr nur um das Entwerfen von Hüllen und Objekten, sondern auch um den Entwurf von Visionen, Innovationen und kulturellen Welten.
Lösungsansätze, wie wir gesellschaftlichen Phänomenen wie dem Demographischen Wandel begegnen können, müssen künftig auch von Ihnen kommen. In den letzten Jahrzehnten haben sich die sozialen und demographischen Strukturen der westlichen Welt stark gewandelt. Der „Ruhestand“, der wegen geringerer Lebenserwartung Ende des 19. Jahrhunderts von den Wenigsten erlebt wurde, bildet heute mit im Schnitt rund 20 Jahren einen eigenen Lebensabschnitt. Voraussichtlich wird es in Deutschland in den kommen den 25 Jahren in der Altersgruppe der 80-90 Jährigen einen Anstieg von 160% und bei den über 90 Jährigen um über 250% geben.

Es ist nicht nur die Aufgabe der Politik und Wirtschaft, sondern auch der Kulturschaffenden sich auf diese Veränderung einzustellen. Die Gesellschaft hat ein unglaubliches Kapital an erfahrenen Menschen, die keine beruflichen Pflichten mehr erfüllen müssen, aber trotzdem aktiv die Welt gestalten und Ihre Ziele verwirklichen wollen.
Tina Becker schafft in Ihrem Projekt „Bei Sinnen“ eine Infrastruktur, die einen interdisziplinären und generationsübergreifenden Austausch herbeiführen soll. Hierbei handelt es sich um ein Pilotprojekt im Vorfeld einer geplanten Vereinsgründung, in dem unterschiedliche Generationen auf einer Ebene gemeinsam Produkte entwickeln, die in Kleinserien vertrieben werden sollen. Das Projekt eröffnet neue Sichtweisen, sowohl für die jüngere als auch für die ältere Generation und ermöglicht durch Erfahrungs- und Wissensaustausch beiden Seiten das Betreten von Neuland. Die Menschen der Ruhestandsgeneration mit viel Erfahrung, Talenten und Fähigkeiten werden nicht ignoriert oder ausgeschlossen, sondern integriert. Gegebenheiten werden analysiert und in Frage gestellt, wodurch sich neue Möglichkeiten auftun und Grenzen überschritten werden.

In diesem Projekt fungiert Tina Becker als Schnittstelle bei der Interaktion unterschiedlicher Personen, Inhalte und bei der Umsetzung von Ideen.

Logo und Illustrationen von Adriana Rys

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